Deutsche Vita. Das Bild der Italiener in der Bundesrepublik
Internationale Tagung
veranstaltet von Prof. Dr. Oliver Janz und Dr. des. Roberto Sala
Berlin, 27.-28. Mai 2010
Die Tagung geht von der Annahme aus, dass in der Einwanderungsgesellschaft ‚positive Vor-urteile‘ über Minderheiten eine ebenso wichtige Rolle wie negative spielen, und widmet sich der besonderen Karriere, die das Bild der Italiener in der Bundesrepublik von der ‚Gastarbeiterära‘ bis in die Gegenwart gemacht hat. Ein Blick auf die Wahrnehmung der italienischen Migranten durch die deutsche Mehrheitsgesellschaft kann innovative Perspektiven auf die Funktionsweisen nationaler Stereotypen eröffnen. Waren die Italiener in den 1960er Jahren noch der Prototyp der temperamentvollen und unzuverlässigen „Südländer“, sind sie im heutigen Deutschland die Vertreter eines bewunderten ‚italienischen Lebensstils‘. Der Schatten der Mafia trübt diese Empfindung, scheint sie allerdings nicht ernsthaft in Frage zu stellen.
Dieses Phänomen ist für eine Entwicklung der Bundesrepublik bezeichnend, die das Leben der Migrantinnen und Migranten nicht unmittelbar tangierte. Belastet von den Traumata des Krieges und der Nachkriegszeit fand die westdeutsche Gesellschaft, weit mehr als andere, in einem idealisierten „Italienbild“ ein kathartisches Mittel, um sich von der Tristesse des Alltages zu befreien. Die interdisziplinär angelegte Tagung verbindet historische und sozialwissenschaftliche Ansätze und trägt zur Ausweitung der deutsch-italienischen Forschungsbeziehungen auf diesen Feldern bei.
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roberto.sala@uni-erfurt.de